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Saftfastenkur – Erfahrungsbericht – Warum du auf deinen Körper hören solltest

Fastenkur

Neues Jahr – neues Feeling! Nach den vielen Weihnachtsschlemmereien haben wir uns für eine gemeinsame, 3-tägige Fastenkur entschieden. Unser Wunsch: Dem Körper "eine Auszeit gönnen", einen Gang zurück schalten, Gelüste wieder unter Kontrolle bekommen und zurück zum bewussten Genuss. So war schnell klar, wir brauchen einen echten "Entzug". Weg von der "Abhängigkeit" von Industriezucker, Kaffee und alten Essgewohnheiten.

So haben wir uns für das Heilfasten mit Säften, Gemüsebrühe und Kräutertees entschieden. Julia wählte die Gemüsesaftkur von Völkle und ich (Anna) entschied mich für das Angebot von Kale&me. (Der Form halber: Dies ist natürlich unbezahlte Werbung, da selbst gewählt und selbst bezahlt.) Warum wir uns unterschiedliche Kuren ausgesucht haben und ob wir es wieder so tun würden? Dazu später mehr!

Achtung wichtig!
Vorab möchten wir dich darauf hinweisen, dass wir kein medizinisches Fachwissen vermitteln, sondern unsere eigenen Erfahrungen teilen. Menschen mit Vorerkrankungen, chronischen Krankheiten oder Schwangere sollten eine Fastenkur unbedingt mit einem Fasten-Arzt oder dem Hausarzt besprechen, um mögliche Risiken zu minimieren. Jeder Körper ist anders und so kann auch das Heilfasten bei jedem Mensch unterschiedlich verlaufen. Bei Fragen möchten wir dich an dieser Stelle immer an deinen Arzt verweisen.

Vorbereitung auf das Fasten: Die Entlastungstage
Den Start für unsere 3-tägige Kur haben wir speziell auf Donnerstag gelegt, um das Wochenende zum Entspannen nutzen zu können. Bereits eine Woche zuvor haben wir die Kur mit den sogenannte "Entlastungstagen" eingeleitet. Ab diesem Zeitpunkt haben wir gänzlich auf Kaffee, Zucker und tierische Produkte verzichtet.
Bye bye geliebter Kaffee! Tschüss liebste Schokolade und adieu du heiß-geliebter Käse! Ach so – aber Pasta geht noch oder? NÖ!
Bereits hier wurde mir klar: 3 Tage Saftfasten, das klingt easy. Doch bereits sieben Tage im Voraus auf Zucker und Co. zu verzichten, hat mein Nervenkostüm ganz schön auf den Prüfstand gestellt. Schnell wurde mir bewusst, wie viele Lebensmittel ich eigentlich konsumiere, weil mein Kopf mir sagt, dass ich sie jetzt brauche. Z.b. das kleine Stück Schokolade nach dem Mittagessen oder der Kaffee als kurze Denkpause, wenn der Kopf mal wieder raucht. Etwa alles reine Gewohnheit nach dem berühmt berüchtigten Belohnungsprinzip? Oder stillt es wirklich ein Verlangen des Körpers?
Nach ein paar Tagen mit leichten Stimmungsschwankungen haben sich die Gelüste tatsächlich von selbst reguliert. Julia konnte ohne große Probleme auf den Kaffee verzichten und ich bin nach dem Mittagessen einfach eine Runde an die frische Luft, um den Heißhunger nach etwas Süßem zu vertreiben.

So konnten wir Donnerstag Nachmittag richtig starten. Mittags gab es noch eine Gemüsesuppe und dann ging es los. Als erstes muss der Darm gereinigt werden, denn nur so lässt sich gesund und angenehm fasten, ohne Hunger zu spüren. Dafür haben wir Glaubersalz verwendet und man erlebt eine typische Darmentleerung. Klingt jetzt schon furchtbar? Keine Sorge, das war noch alles halb so wild im Vergleich zu dem was noch kommt!

 

Saft in Keramikschüssel


Freitag, Fastentag 1
Bereits zum Frühstück gab es den ersten Saft. Weitere 5 Säfte folgten über den Tag verteilt. Bei mir war es jeden Tag eine festgelegte Abfolge unterschiedlicher Säfte, die sich an den Folgetagen wiederholte. Lecker waren sie! Es gab nach meinem Geschmack zumindest keine Mischung, die ich gar nicht mochte. So war die Freude auf den nächsten Saft immer groß! Bei Julia sah das etwas weniger abwechslungsreich aus. Da alle Säfte zu 100% aus reinem Gemüse bestanden, war der Geschmack weniger spektakulär. Dazu gab es bei uns beiden reichlich Kräuter- und Ingwertee und jeweils mittags und abends frisch gekochte Gemüsebrühe.
Wow – am 1. Abend kam ich insgesamt auf eine Flüssigkeitszufur von 5,5 Liter. Obwohl es mir im Alltag sehr schwer fällt viel zu trinken, war es heute überhaupt kein Problem. Hunger hatten wir beide keinen und so war der erste Tag schnell geschafft - läuft.



Karottensaft


Samstag, Fasttag 2
Verdammt, haben wir gut geschlafen! In unserem Instagram IGTV "Fasttag 2" findest du unser kurzes Tagesupdate. Wir fühlten uns fit, aber der Heißhunger, der war ab heute sowas von da! Zugegeben, es kam der erste Moment in dem ich mich fragte, was ich hier eigentlich mache, als ich dem Duft von frischer Pasta in der Wohnung ausgesetzt war. Ziemlich unbefriedigend, wenn man dem Ritual "gemeinsam zu essen" nachgehen möchte und vor sich eine Schüssel mit Saft stehen hat, während dein Gegenüber dein Lieblingsessen isst. Überhaupt drehte sich in unseren Köpfen ab sofort alles um ESSEN, KAUEN, KOCHEN und SCHMECKEN! Ich hätte auf der Stelle Burger, Pasta und Pizza gleichzeitig verschlingen können – nicht weil ich Hunger hatte, sondern weil mein Kopf es wollte! Verrückt, wie schwer es auf einmal war den Fokus meiner Gedanken auf etwas anderes zu lenken außer ESSEN.
Das Einzige was mir dagegen geholfen hat war frische Luft. Ein großer Spaziergang hat gut getan und so hatte ich zum Abend hin meine Energie und einen einigermaßen klaren Verstand zurück.

Donnerstag, Freitag und Samstag ging es also super - bis auf die Gelüste. Wir haben gut geschlafen und uns fit gefühlt. Plötzlich lief es also. Wow, easy dachten wir. Morgen ist schon Sonntag, der letzte Tag.


Sonntag, Fastentag 3
Dann kam der Sonntag Morgen und das Blatt drehte sich. Julia ging es plötzlich sehr schlecht. Den ganzen Tag kämpfte sie mit Durchfall und Erbrechen – mögliche Nebenwirkungen während einer Fastenkur. So hatte sie sich ihren letzten Fastentag nicht vorgestellt. Das vorgezogene Fastenbrechen war für sie am Sonntag Nachmittag die einzige Hoffnung, den Körper wieder zu beruhigen. "Mit Mühe und Not konnte ich einen Apfel essen und etwas Kartoffel zu mir nehmen. Ich war froh, als der Tag vorbei war."

Ganz anders verlief der Tag bei mir: Mir ging es immer noch super. Ich war wieder eine große Runde spazieren und die Säfte schmeckten immer noch super. Der Ablauf war fast schon routiniert und auch die Gelüste waren so gut wie weg. Allerdings ist es mir verdammt schwer gefallen, den Tag als letzten Tag "zu genießen" mit dem Wissen, dass Julia gerade mit starken Beschwerden kämpft.
Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb machte sich am Abend tiefe Dankbarkeit in mir breit, dass mein Körper diese Herausforderung so gut gemeistert hat. Dennoch freute ich mich wahnsinnig darauf, bald wieder ein "richtiges" Essen genießen zu können.

 

Fastenbrechen, gedünsteter Apfel

Aufbautage – Kartoffelsuppe


Montag, Fastenbrechen + Aufbautag 1
Heute war es dann soweit: Zum Frühstück gab es einen gedünsteten Apfel mit Zimt. Eine typische Mahlzeit für das Fastenbrechen. Wow, das war echt lecker und gleichzeitig super ungewohnt wieder etwas zu kauen! Mittags und abends gab es Kartoffelsuppe mit Brokkoli und Karotten. Bei Julia gab es gekochte Kartoffeln mit gedämpftem Brokkoli und auch ihr ging es langsam wieder besser. Gott sei Dank!

 

Aufbautage – gekochte Kartoffeln

Dienstag, Aufbautag 2
Endlich gab es wieder mein heißgeliebtes Porridge zum Frühstück. Es war herrlich und ich hatte wirklich das Gefühl ein Stück Lebensqualität mit dem Essen zurück gewonnen zu haben. Doch entgegen meiner Freude wurde ich zum Mittagessen eines Besseren belehrt: In Gedanken versunken aß ich meine Kartoffeln in der Mittagspause viel zu schnell und ohne bewusst und lange zu kauen. Darauf hin quälten mich starke Bauchkrämpfe und kurzzeitig kämpfte ich mit Kreislaufprobleme. Es war fast so, als wollte mein Körper mir sagen "Fräulein, du denkst wohl es ist wieder alles beim Alten? No way!"
Ok. Ab diesem Zeitpunkt war auch mir klar: Das was wir hier mit unserem Körper machen ist eine echte Belastung für den Organismus.

 

Mittwoch, Aufbautag 3
Langes Kauen war ab sofort Programm. Sich Zeit nehmen beim Essen und besser kleine Portionen zu sich zu nehmen bewährten sich. Sowohl Julia als auch ich merkten, dass der Körper Zeit braucht. Zeit, um den Verdauungstrakt wieder zu aktivieren.

 

Kaffee mit Hafermilch


Bis zum Wochenende verzichten wir weiterhin auf schwere Mahlzeiten und Kaffee, um unseren Körper langsam wieder an das Essen zu gewöhnen. Ehrlich gesagt waren diese Tage meine größte Herausforderung. Zu gerne hätte ich schon wieder nach Herzenslust geschlemmt. Schließlich waren die drei Tage Saftkur längst vorüber. So gab es am Mittwoch gegen alle Vorsätze schon mal ein kleines Stückchen Zartbitterschokolade. Ja, die Disziplin hatte ein Ende und unsere Geduld langsam auch. Denn 3 Tage Saftfasten klang super easy, doch mittlerweile war es Tag 14 ohne jeglichen Zucker und Schlemmerei.
Zu allem Entsetzen schmeckte die erste Tasse Kaffee nach der gefühlten Ewigkeit bei Julia nicht mal lecker!


Unsere Tipps, falls du mit dem Gedanken spielst eine Saft- oder Fastenkur zu machen:
1. Gehe niemals von drei Tagen fasten aus, wenn du Säfte für drei Tage einkaufst. Integriere diese Zeit besser von Vorhinein in einen längeren Zeitraum, in dem du ganz bewusst auf Zucker, Gluten und tierische Produkte verzichtest. Damit stellst du dich von Anfang an auf eine größere Herausforderung ein und du kannst deinen Körper bestmöglich auf diese Zeit vorbereiten.

2. Überlege dir gut, zu welchem Zeitpunkt du deine Kur startest. Das Wochenende oder eine Auszeit von deinem Arbeitsalltag ermöglicht dir mehr Ruhezeiten. Längerer Schlaf verkürzt außerdem die Abstände zwischen den Säften. Gleichzeitig besteht womöglich eine häufigere Konfrontation mit dem Essen deiner Lieblingsmenschen um dich herum.

3. Informiere dich vorab, welche Säfte deine Erwartungen am besten erfüllen können. Nicht nur der Preis und die Inhaltsstoffe sollten dabei eine Rolle spielen, sondern auch dein Geschmack sollte nicht zu kurz kommen. Vergiss nicht, die Säfte sind dein Nahrungsersatz in dieser Zeit! Es hilft sehr, wenn der Geschmack dir Freude bereitet.

4. Uns hat es beiden geholfen die Säfte auf Zimmertemperatur aus einer Schale zu löffeln anstatt zu trinken. Damit hat man etwas mehr das Gefühl "zu essen" und nimmt sich von ganz alleine mehr Zeit.

Fazit Julia
Kann in einem Satz zusammengefasst werden: Ich werde freiwillig nicht mehr fasten. Die Nebenwirkungen waren für mich sehr beängstigend und haben mir gezeigt, dass diese Art des Fastens nicht der richtige Weg für mich und meinen Körper ist.

Fazit Anna
Fasten ja – aber keine drei Tage! Für mich ist die Bewerbung einer Saftkur für wenige Tage schlicht weg falsch. Ich wage die Behauptung: Wer von Null auf Hundert in eine solche Kur startet und sie gleichermaßen beendet setzt seinen Körper enormen Belastungen aus und gefährdet damit seine Gesundheit. Schnell kann so der Gedanken "sich etwas Gutes zu tun" nach hinten losgehen. Aus meiner Sicht ist eine basische Ernährung (wie während der Entlastung- und Aufbautagen) über einen längeren Zeitraum eine durchaus gute Alternative, um seinen Körper schonend zu entlasten.

Wie du siehst, ist der Verlauf und der Erfolg einer Fastenkur nicht bei jedem gleich. Jeder Körper ist unterschiedlich und kann anders reagieren. Das sollten wir uns bewusst machen und auch genau so akzeptieren.
Bitte achte auf dich und höre auf deinen Körper - SELFCARE ist das Wichtigste!

Alles Liebe,
Anna & Julia